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    Performance-Report: Das Zahltag-Depot im Juli 2015

    Das Erfreuliche zuerst: Auch im Juli warf das Zahltagdepot wieder kräftig Dividenden ab. Traditionell ist der Juli eher ein schwacher Dividendenmonat, denn viele Unternehmen schütten ihre Dividenden eher im dritten, sechsten, neunten und zwölften Monat des Kalenderjahres aus. Der Juli gehört zu dem Dividendenzyklus, der von Aufsichtsräten am seltensten gewählt wird. Das hat sich historisch so entwickelt. Hintergrund ist wahrscheinlich, dass die Aktionäre ihre Dividenden eher im Dezember vereinnahmen wollen, als im darauffolgenden Januar. Und der Juli als Dividendenmonat gehört zum Januar-Zyklus.

    Trotzdem ist der Juli 2015 besser gelaufen, als der Vergleichsmonat des Vorjahres. Es ergibt sich auf Jahressicht eine Steigerung der Dividendeneinnahmen um 7,59% und mit gut 489 Euro immer noch eine Summe auf Hartz-IV-Niveau.

    Trotzdem bin ich mit dem Juli nicht zufrieden - die Tabelle zeigt den Grund.   

    Erstmals in diesem Jahr habe ich einen Verlustmonat produziert. Das ist traurig, aber kein Beinbruch. Immerhin weiß ich, woran es gelegen hat. Ich habe im Juli mit meiner Stundenstrategie ein sattes Minus produziert - zwei saftige Verlusttrades im FDAX, denen nur ein kleiner Gewinntrade gegenüber stand. Da ich Mitte des Monats in den Urlaub flog, blieb auch keine Zeit, das Minus bis zum Monatsende auszubügeln. Das Minus von 1,77% ist verschmerzbar. Rechne ich die 3,21% Verlust heraus, die die Stundenstrategie eingebracht hat, so bleibt ein kleines Plus von 1,45 Prozent, was wiederum für einen halben Monat kein schlechtes Ergebnis darstellt. 

    Die Jahresperformance hat ebenfalls etwas gelitten - im Vormonat lag sie noch bei 26,08%. Aber auch 24% für sieben Monate sind kein Ergebnis, für das ich mich schämen müsste. 

    Im Juli habe ich auch eine Aktienposition verkauft, was im Zahltagdepot eher selten vorkommt. Die Aktie von Exel Trust wurde nach Zahlung der Juli-Dividende verkauft. Das Unternehmen war von Blackstone komplett aufgekauft worden. Ich habe also die letzte Dividendenzahlung abgewartet und am 1. Juli die komplette Position verkauft. Am 31. Juli wurde Exel Trust zum letzten Mal an der Börse gehandelt und ist jetzt vom Kurszettel komplett verschwunden. 

    Als Dividendeninvestor sieht der Juli also verhältnismäßig gut aus. Allerdings will ich eines nicht verschweigen: Mein Kontostand hat im Juli um rund 15,8% abgenommen. Ein Ergebnis der Kursrückgänge am Aktienmarkt. Die täglichen Kursschwankungen machen natürlich auch vor meinen Aktien nicht halt. Allerdings stören sie mich nicht sonderlich, solange es unternehmensseitig keine fundamentalen Gründe dafür gibt. 

    Ich vergleiche mein Depot gern mit einem vermieteten Mehrfamilienhaus: Solange jede Mietpartei (=Aktie) pünktlich ihre Miete überweist (=Dividende), stört es mich nicht, ob die Immobilie gerade um zehn Prozent teurer oder billiger geworden ist. Man möchte ja die Gans, die die goldenen Eier legt, nicht verkaufen. So, wie ein Hauseigentümer nicht jeden Tag im Internet kontrolliert, zu welchem Preis sich das Haus gerade verkaufen ließe, genauso muss ich nicht jeden Tag überprüfen, zu welchem Preis sich mein Depot auflösen ließe. Mein Ziel sind ja die stetig steigenden Dividendeneinkünfte - nicht kurzfristige Spekulationsgewinne. 

    Zugegeben, mit dieser Philosophie steht man ziemlich allein auf weiter Flur und manch einer wird darüber ungläubig den Kopf schütteln. Aber ich kaufe Aktien nicht, um sie wieder zu verkaufen. Ich kaufe sie, um als Anteilseigner eines gesunden, profitablen, dividendenträchtigen Unternehmens langfristig Geld zu verdienen. Ein Bäcker macht auch keine Bäckerei auf mit dem Ziel, sie möglichst profitabel wieder zu verkaufen. Er möchte ein stetiges Einkommen durch den täglichen Verkauf seiner Brote, Brötchen und Kuchen verdienen. Solange er sich am Markt behaupten kann, hat er also keinerlei Motiv, den täglichen Verkaufspreis seiner Backstube zu taxieren. 

    In den Medien wird das Ziel des Aktienbesitzes natürlich gern anders dargestellt. Hier geht es immer um prozentuale Kurssteigerungen. Warum wohl? Broker verdienen, wenn man sein Aktiendepot häufig umschichtet, Banken verdienen, wenn sie dem Kunden permanent neue Produkte andrehen können. Medien verdienen, wenn sie permanent Sensationen verkünden und an Banken und Broker Werbezeiten oder Anzeigenfläche verkaufen können. An einem Aktionär verdient niemand etwas - außer dem Aktionär.

    Ein kluger Kopf hat einmal geschrieben: Ein Investment-Depot ist wie ein Stück Seife. Jedes Mal, wenn man es in die Hand nimmt, wird es ein Stückchen kleiner. Ich finde, das ist ein treffender Vergleich.  

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