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    Der Mini-Dax: Ein Rohrkrepierer?

    Die Eurex gab Anfang Oktober bekannt, dass alternativ zum "großen" Dax-Future ein Mini-Future eingeführt werden sollte. Heute ist der erste Handelstag dieses Instruments. Die großen Umsätze blieben bislang aus. 


    Die Eurex verfolgt mit der Einführung des Mini-Dax (Eurex-Ticker: FDXM) ein klares Ziel: Mehr private Trader sollen über die Eurex handeln und nicht über die Anbieter von CFDs. In einer Pressemitteilung vom 15. Oktober 2015 heißt es dazu: "Eine umfassende Marktbefragung hat ergeben, dass sich unsere Kunden einen kleineren DAX®-Futures wünschen. Hinzu kommt, dass eine Vielzahl von CFD-Nutzern gerne auf DAX®-Futures wechseln möchten, durch die hohe Kontraktgröße jedoch bisher davon abgehalten wurden. Rund drei Viertel des in Deutschland in CFDs gehandelten Volumens bezieht sich auf den DAX®." Mit nur 5 Euro Punktwert pro Kontrakt liegt der Wert eines gehandelten Mini-Dax-Kontraktes bei rund 50.000 Euro - anstelle von 250.000 Euro für den FDAX, setzt man einen Punktestand von 10.000 Punkten im Index an. Die Tick-Größe liegt bei einem Punkt (im FDAX ist es ein halber Punkt). 


    Wie sieht nun der erste Handelstag des Mini-Dax aus? Bis zum aktuellen Augenblick (12.25 Uhr) wurden ganze 630 Kontrakte gehandelt. Zum Vergleich: Im FDAX wurden 27.114 Kontrakte gehandelt, im FESX 269.140. Die Liquidität ist also im Augenblick unterirdisch. 

    Den gesamten Vormittag über lag der Spread (also die Geld-Brief-Spanne) zwischen fünf und zwei Punkten, das ist mehr, als bei vielen CFD-Anbietern geboten wird. 

    Ein endgültiges Urteil abzugeben, wäre sicher vorfristig, aber eines steht fest: Es ist kein Auftakt mit Pauken und Trompeten, den der "kleine Bruder" des FDAX erlebt. 

    Meine Vermutung: Viele Privat-Trader, die derzeit den FDAX handeln, sich dabei aber auf Grund ihres Rumrutschfaktors oder der Kapitalausstattung des Kontos nicht wohl fühlen, werden vom großen auf den kleineren Future wechseln. Die CFD-Anbieter stellen ihre Preise ohnehin meist auf der Basis des FDAX, über den auch das Hedging abläuft (wenn überhaupt gehedget wird). Folglich dürfte im FDAX die Liquidität weiter abnehmen, was für Institutionelle diesen Future weniger attraktiv macht. Gleichzeitig dürfte der FDXM für große Handelshäuser ein beliebtes Jagdgebiet werden, wenn es darum geht, unbedarfte Privat-Trader von ihrem Geld zu trennen.   

    Mein Tipp für die nächsten Tage: Hände weg vom Mini-Dax. Sollte er überleben, kann man ihn auch in einem halben Jahr noch handeln. Dann stehen vernünftige Charts zur Verfügung, die Indikatoren funktionieren und es wird hoffentlich mit vernünftiger Liquidität gehandelt. Derzeit ist das Ganze eher eine Gleichung mit sehr vielen Unbekannten.

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    Kommentare: 1
    • #1

      Franz Heinze (Mittwoch, 28 Oktober 2015 20:15)

      viel Dank für Deine glasklare Expertise. Auf den ersten Blick ist der Mini für kleinere Konten sehr interessant. Aber eine gewisse Wartezeit bis zum ersten Trade ist sicher angebracht. Vorerst kommt er auf die Watchlist.
      LG

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