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    Performance-Report: Das Zahltag-Depot im Januar 2016

    Der Januar brachte an den Börsen weltweit heftige Kursverluste. So wundert es nicht, dass auch mein Aktiendepot Federn ließ: Die Kursrückgänge summierten sich auf 7,12%. Darüber könnte ich nun in Tränen ausbrechen oder mir die Haare raufen - wenn ich welche hätte. Hilft das? Nein, denn das Ziel meines Zahltag-Depots ist es ja nicht primär, billige Aktien zu kaufen, um sie dann teuer wieder zu verkaufen. Ziel des Depots ist es, regelmäßig Einkünfte daraus zu ziehen. Es geht also nicht darum, dem manisch-depressiven Verhalten von "Mister Market" auf den Leim zu gehen. Ob die Börse heute tief und morgen hoch steht, das kann niemand beeinflussen. Was ich aber beeinflussen kann: Ich muss tolle Unternehmen zu einem vernünftigen Preis kaufen und dann meinen Anteil am Gewinn dieser Firmen kassieren. Das passiert in Form von Dividenden. Tolle Unternehmen, die augenblicklich zu teuer sind, werden beobachtet oder ich sichere mir über den Verkauf von Puts meinen Wunsch-Einstiegspreis. Aktien, die ich bereits halte, werden über Calls veroptioniert, das bringt zusätzliche Prämieneinnahmen und weiteres Geld in die Kasse, ohne dass ich die Aktien anfassen muss. Schließlich schreibe ich zur Diversifizierung und zum Hedging des Depots Futures- und Index-Optionen. Und für den kurzfristigen Handel nutze ich eine Strategie auf Basis eines Tages- und Stundencharts.

    Wie man an der Grafik sieht, flossen auch im Januar die Dividenden wieder reichlich. Es gab zwar weniger Geld als im Dezember, aber mehr als im Januar 2014 und 2015. Für mich selbst überraschend war, dass der Dividendenzuwachs gegenüber dem Vorjahr noch einmal über 16% betrug. Dabei ist ein großer Zahler gar nicht mehr im Rennen - LINE wurde verkauft, zum Glück - das Unternehmen steht jetzt vor der Pleite. PSEC und FSC schütteten im Januar 2015 noch höhere Dividenden aus, als sie es derzeit tun. Dafür kamen aber andere Titel ins Depot bzw. erhöhten ihre Dividenden.     

    Es wird im Jahr 2016 mit dem Dividendenwachstum nicht so stürmisch weitergehen, wie es 2014 und 2015 begann. Es ist ganz einfach so, dass Neueinkäufe jetzt aus dem einlaufenden Cash Flow bezahlt werden müssen, denn mein Konto ist voll investiert. Ich überweise mir monatlich noch eine kleine Sparrate, aber keine weltbewegenden Summen. Darüber hinaus will ich auch den einen oder anderen Titel austauschen, um mehr Stabilität in die Dividendenentwicklung zu bringen. Qualität statt Quantität.

    Dran glauben musste Anfang Februar bereits Navios Maritime Partners (NMM), ein griechisches Reedereiunternehmen, das die Dividende am 3. Februar kurzerhand komplett gestrichen hat. Ein Mieter, der keine Miete zahlt, hat aber in meinem Depot keinen Platz - wozu auch? Also wurde die Aktie sofort verkauft. Dazu an anderer Stelle bei Gelegenheit mehr.

    Wer übrigens alle Zahlen der zurückliegenden Monate genau analysiert (ich weiß, manch einer sucht immer nach dem Haar in der Suppe), der wird hier und da auf ein paar Euro Differenz stoßen. Das liegt einerseits an Währungsumrechnungen, weil Dividenden ja in Dollar ausgeschüttet werden, mein Konto aber in Euro geführt wird. Zum anderen passiert es immer wieder, dass nach der Dividendenzahlung Korrekturen bei der steuerlichen Behandlung vorgenommen werden. Da werden dann entrichtete Quellensteuern neu berechnet, was im Nachhinein mal zehn Dollar Plus hier oder 15 Dollar Minus da ergeben kann. Bei über 200 Zahltagen im Jahr wäre es Zeitverschwendung, all diese Korrekturen zu verfolgen. Wichtig ist, dass am Jahresende ein stimmiger Kontoauszug vorliegt, auf dessen Grundlage ich beim Finanzamt meine Steuern ordentlich deklarieren und begleichen kann.  

    So bleibt für den Monat Januar zu konstatieren: Gerechnet auf den Kontostand zum 31. Dezember 2015 habe ich 0,77% an Dividenden kassiert. 0,20% flossen aus dem Verkauf von Aktienoptionen. 1,10% erwirtschafteten Index- und Rohstoffoptionen. 3,22% kamen durch die Stundenstrategie im Futures-Handel zusammen. Die Volatilität der Märkte spielt natürlich dem kurzfristigen Handel in die Hände. 0,32% Kursgewinn fielen beim Verkauf der Aktie von BMR an, der REIT wurde von Blackrock geschluckt, die Papiere verschwanden Ende Januar von den Kurszetteln. Macht unter dem Strich einen Cash Flow von 5,62%, und das mit nur acht Transaktionen. Da schmerzt es dann auch nicht mehr so sehr, dass die Aktienkurse um 7,12% fielen. Damit nun kein Übermut aufkommt: Der Verkauf der NMM-Aktie Anfang Februar wird die Performance für den zweiten Monat des Jahres in den roten Bereich drücken. Und auch bei den Aktienkursen ist ja keine Erholung in Sicht.

    Jedoch muss man eines wissen: Jahre, in denen die Aktienkurse fallen, mögen für Trader schlechte Jahre sein. Für Investoren sind es die Jahre, in denen sie den Markt schlagen. Denn die anfallenden Dividenden federn die Kursrückgänge ab und ermöglichen es, für das gleiche Geld bei tieferen Kursen viel mehr Aktien zu kaufen, als das in einem Bullenmarkt der Fall wäre. Wer also mit Dividenden Vermögen aufbauen möchte, braucht Bärenmärkte wie die Luft zum Atmen. Nur so kann man Schnäppchen im Aktienmarkt machen. Nicht umsonst sagt der Altmeister der Investoren, Warren Buffett: "Sei gierig, wenn andere ängstlich sind. Und sei ängstlich, wenn die anderen gierig sind." 

    Warten wir also auf den großen panischen Ausverkauf und freuen uns derweil an den sprudelnden Unternehmensgewinnen. 

       

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