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    Performance-Report: Das Zahltag-Depot im September und Oktober 2016

    In den vergangenen zwei Monaten war ich sehr beschäftigt, so dass mein "öffentliches Reporting" etwas gelitten hat. Aber das Schöne an einem Zahltag-Depot ist ja: Man muss sich kaum um etwas kümmern, das Geld fließt trotzdem. Das nennt man passives Einkommen. Ich fasse heute also die vergangenen zwei Monate zusammen. An den Aktienmärkten waren die ja eher durchwachsen. Das ist auch an meinem Kontostand nicht spurlos vorübergegangen. Der September brachte eine zeitgewichtete Performance von 2,35%, der Oktober allerdings dann ein Minus von zeitgewichtet 1,31%. Das ist kein Drama, denn auf den Kontostand hat ja ein Investor keinen Einfluss. Der Markt entscheidet, ob er Aktien teuer oder eben auch mal billiger bewerten möchte. Was für mich zählt, sind in erster Linie die einlaufenden Dividenden. Und die fließen unabhängig vom Aktienkurs.  

    Wie erwartet, gab es im September etwas weniger Dividende als im September des Vorjahres. Dafür ging es im Oktober wieder leicht aufwärts. Auf Quartalsbasis haben die im August und September etwas niedrigeren Dividenden dazu geführt, dass das dritte Quartal 2016 etwas weniger Geld auf mein Konto gespült hat als der Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im Jahresvergleich dürfte aber das Gesamtergebnis von 2015 getoppt werden. In der Tabelle ist ersichtlich, dass für den November schon die erste Dividende gezahlt wurde. Der Telekomriese AT&T tauchte im Vormonat neu in meinem Depot auf und hat die ersten Gewinnbeteiligungen überwiesen. 

    Eine Neuerung habe ich in meiner Statistik eingeführt. Ich habe im September mein Konto noch einmal mit einem größeren Betrag auf eine runde Summe aufgestockt und werde die nächste Einzahlung erst zum Jahreswechsel vornehmen. Damit habe ich jetzt für die Performance-Messung eine fixe Zahl bis zum Ende des Jahres. Und da die Gesamtsumme deutlich höher liegt als zum Jahresbeginn, ergibt sich prozentual in diesem Monat eine niedrigere monatliche Performance. Der Stand von Ende Juli waren 8,49% Cash-Flow, Ende Oktober waren es 13,36%. Stutzig werden könnte jemand, der sich daran stößt, dass ich bis Ende August 5,24% Dividendenerlöse hatte, Ende Oktober jedoch "nur noch" 4,66%. Das liegt eben daran, dass ich im Oktober einen höheren Kontostand als Berechnungsgrundlage nehme. Das Geld, das ich mir Mitte September überwiesen habe, muss ja erst einmal investiert werden, damit es Dividenden abwerfen kann. Für den einen oder anderen Leser mag das verwirrend sein. Ich weiß aber, woran ich bin und kann jetzt besser verfolgen, wie auf meine Ausgangskontogröße der Dividendenstrom prozentual zunimmt.   

    Die zeitgewichtete Rendite seit Jahresbeginn - also eingegangenes Geld, Kursgewinne und -verluste, eingezahltes Geld, ausgezahltes Geld - hat sich im Oktober weiter verbessert. Wer die Grafik betrachtet, erkennt drei Linien: Die blaue Linie ist meine Performance. Die violette Linie ist die Performance des S&P 500-Index, die grünliche Linie ist die Performance des DAX. In diesem Jahr ist ein typisches Phänomen zu beobachten: Dividendenportfolios performen immer dann besser, wenn die Märkte seitwärts oder abwärts laufen. In stark tendierenden Märkten hingegen schlagen die Indizes den Dividendeninvestor. In diesem Jahr liefen die Indizes nicht besonders gut, während meine Dividenden ja unabhängig von den Kursbewegungen überwiesen wurden. In Momentum-Märkten wird regelmäßig der Tod des Investierens vorausgesagt und Menschen wie Warren Buffett werden als Fossile verspottet. Geht der Markt dann in eine ausgedehnte Seitwärtsbewegung über, zahlt sich aus, dass man ein Cash-Flow-Portfolio hält. Langfristig betrachtet stammen übrigens etwa 70% aller Gewinne aus Dividenden. Das hat der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Jeremy Siegel in seinem Buch "Aktien für die Ewigkeit" anhand von Daten der vergangenen 150 Jahre nachgewiesen. Darüber sollten einmal all jene nachdenken, die der Meinung sind, mit Markt-Timing (häufiges Rein und Raus) den Markt schlagen zu wollen. Das ist möglich, aber aufwändig. Und die meisten Trader schaffen es auch nicht, ganz abgesehen von den institutionellen Fonds-Managern. Wer Dividendentitel belächelt, verzichtet auf 70% mühelos verdientes Geld.    

     

    Was ist bis zum Jahresende noch zu erwarten? Es werden noch mindestens drei Aktienpositionen total liquidiert: TGH hat die Dividende um 93% gekürzt und sich damit aus meinem Depot katapultiert. Ähnlich geht es StoneMor Partners, die vor einigen Tagen die Dividende um 50% gekürzt haben. Schließlich steht noch die Aktie von FSC auf der Liste der Auswechselkandidaten. Ersetzt werden alle drei Titel durch qualitativ hochwertigere Aktien mit regelmäßigen Dividendensteigerungen. Wir erleben dieser Tage ja einen schönen Ausverkauf, so dass man in den kommenden Wochen sicher auch unter den Klassikern das eine oder andere Schnäppchen machen kann. Ich liege mit etlichen Puts auf der Lauer, werde aber auch den einen oder anderen Kauf direkt im Markt tätigen. Außerdem gab es auch schon wieder einige "Gehaltserhöhungen". Omega Health Care Investors hat die Quartalsdividende zum vierten Mal in diesem Jahr angehoben, Realty Income bereits sechs Mal. Und der Ölgigant Chevron hat seinen Status als Dividenden-Champion gerettet, auch hier gab es dieser Tage eine Dividendenanhebung von 1,07 auf 1,08 Dollar pro Quartal. Keine Unsumme, aber eine Geste der Hochachtung gegenüber den Aktionären. Schließlich: Auch in diesem Jahr wird MAIN wieder 14 Dividenden überweisen, gerade heute wurde die Sonderdividende für den Dezember verkündet. Es gibt 27,5 Cent Weihnachtsgeld pro Aktie, neben der regulären Monatsdividende. Die war ja schon mit der Oktoberzahlung erhöht worden - von 0,18 auf 0,185 Cent pro Aktie. 

    Alles in Allem wird 2016 zum wohl ertragreichsten Jahr meiner Dividendenkarriere werden, obwohl es einige bittere Pillen zu schlucken gab. Am Ende wird es nicht nur mehr Geld geben, sondern vor allem auch mehr Sicherheit und ein besseres Dividendenwachstums-Potential als noch vor Jahresfrist. Man lernt eben nie aus. 

     

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