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    Performance-Report: Das Zahltag-Depot im November 2016

    Für die weltweiten Finanzmärkte hatte es der November in sich. Das am stärksten kurstreibende Ereignis war zweifelsohne die Präsidentschaftswahl in den USA. Ich habe die Wahlnacht vor dem Fernseher in der Dominikanischen Republik miterlebt, wo ich an Dr. Alexander Elders Traders' Camp teilnahm. Es gab aber auch einige andere Unwägbarkeiten, die den Monat beeinflussten. Da wäre das Italien-Referendum über Verfassungsänderungen, die Präsidentenwahlen in Österreich, die OPEC-Tagung in Wien. 

    Da ich sehr beschäftigt und das Internet sehr langsam war, hatte ich wenig Möglichkeiten, in mein Depot einzugreifen. Ich beschloss also, den "Ball flach zu halten", sprich: Ich wartete ab und ließ die Dinge passieren, denn ändern kann man da ohnehin nicht viel. Als in der US-Wahlnacht die Index-Futures Limit down gehandelt wurden, rutschte mir kurzzeitig das Herz in die Hosen. Was das wohl in meinem Konto anrichten würde? 

    Aber wie so häufig: Es kam ganz anders. Ich musste nichts tun, die Märkte drehten blitzartig ins Plus und mein Depot schwang sich auf zu vorher nicht gekannten Höhen. 

    Natürlich ist der Kontostand für einen Zahltag-Investor nicht das Maß aller Dinge - im Gegenteil. Es ist die Komponente, die man am wenigsten beeinflussen kann. Aktienkurse sind nicht immer rational, sondern werden kurzfristig von massenpsychologischen Faktoren sehr stark beeinflusst. Außerdem kann man mit einem Kursgewinn nicht die Miete bezahlen, es sei denn, man verkauft die Aktien. Das aber will ich ja gerade nicht tun. Daher genug der Prahlerei - was kam denn an Geld rüber im November?  

    Beginnen wir mit dem Bodensatz: Ich habe drei Aktienpositionen komplett aufgelöst und hier mehr als 6.000 Euro Kursverluste realisiert. Es traf als erstes TGH, wo mittlerweile die Dividende komplett gestrichen wurde. Dann musste STON das Depot verlassen - der Friedhofsbetreiber kürzte überraschend die Dividende, der Aktienkurs brach daraufhin von rund 24 auf mittlerweile 8,70 Dollar ein. Als Letztes wurde die komplette Restposition FSC verkauft. Um die Verkaufsorgie fortzuschreiben: Bereits im neuen Monat habe ich auch meine Aktien an CXW abgestoßen, hier war eine Dividendenkürzung zu erwarten, die mittlerweile auch verkündet wurde. 

    Dementsprechend trübe sieht auch die Bilanz für den November aus, wenn man sie oberflächlich betrachtet. 

    4,19 Prozent Verlust mit Aktien zu realisieren - ist das ein Drama? Mitnichten. Die reichlich 6.000 Euro Verlust waren ja schon früher weg und der Verkauf der Aktien hat mir wieder Cash in die Kasse gespült. Dieses Geld kann ich jetzt anderswo rentabler anlegen, ich muss mich nicht mehr mit diesen "faulen Eiern" rumärgern. Überhaupt: Ich verkaufe nahezu ausschließlich Verliererpositionen.

    Freude machten mir meine alternativen Einkommensströme. Mit Optionen auf Aktien wurden 0,36% meines Kontostandes realisiert. Sieben Aktienoptionen wurden geschlossen, sechs davon im Gewinn. Meine Futures-Optionen bezogen sich auf Öl und Silber, hier wurden alle Trades positiv beendet, das brachte 0,88% Cash. 

    Schließlich noch die Dividenden. Der November ist kein rekordverdächtiger Monat und das Auskehren der oben genannten Aktien hinterlässt auch hier Spuren. Trotzdem zahlten mir die Unternehmen 0,43% auf mein eingesetztes Kapital als Dividenden. So viel Zinsen bekommt man mittlerweile nicht einmal mehr pro Jahr auf ein Bankkonto. 

    Der aufmerksame Betrachter wird bemerken, dass ich im August, September und November weniger Dividenden erhalten habe, als in den vergleichbaren Vorjahresmonaten. Das wird wahrscheinlich auch im Dezember so sein. Die "Bereinigung" des Depots hinterlässt kurzfristig Spuren. Aber deswegen raufe ich mir nicht die Haare (es sind eh nicht genug da zum Raufen). Vielmehr freue ich mich, dass ich mich von zweitklassigen Werten getrennt habe, die meine Erwartungen (stabile und steigende Dividenden) nicht erfüllt haben. Diese wurden ersetzt durch (hoffentlich) höherwertige Aktien, von denen ich steigende Dividendenzahlungen erwarte. Für den Dezember fließen noch einmal über 900 Euro an Dividenden in die Kasse und wer sich die nachfolgende Tabelle ansieht, kann leicht ausrechnen: Ich werde mit den Dezemberdividenden auf Jahressicht meine "Rente" aus Dividenden im Jahr 2016 um rund 400 Euro oder 5% steigern können. Dafür muss ich mich nicht schämen, zumal meine Rente wesentlich sicherer ist als das, was mir die staatliche Bundesanstalt verspricht. Meine "Rentenansprüche" beruhen auf produktiven Sachwerten, die staatliche Rente lediglich auf der Hoffnung, dass in 20 Jahren noch jemand in die Kassen einzahlt.  

    Was wird bis zum Jahresende nun noch passieren? Mit dem Verkauf der Aktien von CXW werde ich vorerst mein großes Reinemachen im Depot beenden. Es gibt noch den einen oder anderen Titel, der unter Beobachtung steht. Aber ich habe keine Eile mit der Optimierung. Es werden noch einmal gute 900 Euro an Dividenden fließen. Darunter ist die gerade erhöhte Dividende des Ölgiganten Chevron. Für das neue Jahr wurden schon die ersten Rentenerhöhungen angekündigt: Der Industrie-REIT STAG, wird mit der Februarzahlung die Dividende erhöhen, auch der Telekomanbieter AT&T schüttet ab Februar einen Cent pro Quartal mehr aus. Ich habe meine Position in Coca-Cola aufgestockt und erwarte, dass im Frühjahr auch hier die traditionelle Dividendenerhöhung verkündet wird. Das wäre dann das 55. Jahr in Folge, dass der Brausefabrikant die Gewinnausschüttung an die Anteilseigner erhöht. So einfach sind Rentenerhöhungen. 

    Bleibt mir zum Abschluss noch einmal der motivierende Blick auf meinen Kontostand. Während der Dax gerade eben ins Plus gedreht hat (auf Jahressicht), kann ich mich entspannt zurücklehnen und auf den Weihnachtsmann warten. Der sorgt ja gerade an den Aktienmärkten für die "Santa Claus Rallye". 

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