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    Performance-Report: Das Zahltag-Depot im Juli 2017

     

    Die Aktienmärkte in Übersee kannten im Juli nur eine Richtung - aufwärts. Gleichzeitig allerdings fiel der Kurs des US-Dollars und der Euro stieg auf den höchsten Stand seit Februar 2015. Seit dem Jahresbeginn 2017 hat die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem Greenback um mehr als zwölf Prozent zugelegt. Diese Kurskapriolen im Währungsbereich waren ein Grund, warum mein Kontostand im Juli den Rückwärtsgang einlegte. Einen Grund zur Panik sehe ich trotzdem nicht. Ein fallender US-Dollar sorgt bei den amerikanischen Unternehmen, die in Übersee agieren, für steigende Dollar-Gewinne. Denn: Rechnen sie ihre Gewinne, die sie in China, Japan, Deutschland oder der Schweiz in den dortigen lokalen Währungen erzielen, zurück in den US-Dollar, vergrößert sich der Haben-Saldo. Eine ausführlichere Illustration dieses Phänomens ist in diesem Video zu finden. 

     

    In Euro umgerechnet, fiel mein Kontostand also im Monatsverlauf um 3,21%. Die zeitgewichtete Rendite seit dem Jahreswechsel stand am 31. Juli bei etwa 0,85%. Allerdings interessiert mich ja nicht, ob mein Konto um ein paar Prozentpunkte größer oder kleiner wird - mir geht es um den Cashflow - also das Geld, das mein Depot erwirtschaftet. Und hier gab es jede Menge Grund zur Freude. 

    Erwartungsgemäß sprudelten die Dividenden nicht so kräftig wie im Juni. Gegenüber dem Vorjahresmonat allerdings erhöhten sich die überwiesenen Gewinnbeteiligungen um 25,48%. Vergleichen wir die ersten sieben Monate, so erhöhte sich der Dividendenstrom um 18,2%. 18 Zahltage hatte der Monat. Ein Unternehmen belohnte mein Investment mit einer Dividendenerhöhung. Realty Income, der sattsam bekannte REIT (Motto: The Monthly Income Company), steigerte die Dividende zum vierten Mal in diesem Jahr. Drei Neuzugänge (MHLD, CTBI, CLDT) überwiesen mir erstmals eine Dividende. 

    Ein Unternehmen musste sich aus meinem Portfolio verabschieden, die Prospect Capital Corporation (PSEC). Hier erwarte ich zum Jahresende eine Dividendenkürzung. Ich habe beim schrittweisen Ausstieg aus der Position einen sehr angenehmen Nebeneffekt einer langen Haltedauer erlebt. Denn obwohl ich die Aktie fast 20% unter meinem Einstandskurs verkauft habe, blieb das Investment profitabel. Die gut 3.260 Euro Kursverlust wurden durch die mehr als 4.127 Euro gezahlter Dividenden (nach Steuern!) mehr als kompensiert. Den Kursverlust kann ich übrigens in voller Höhe steuerlich geltend machen - ein nicht ganz unwesentlicher Vorteil.    

     

    Im August wird es also die letzte Dividende von PSEC für mich geben, denn der Verkauf fand nach dem Ex-Dividendentag statt. Derzeit arbeite ich daran, das Einkommensloch zu stopfen: Immerhin hat mir PSEC innerhalb eines Jahres 1.700 Dollar Dividenden gezahlt (vor Steuern). Ein Ersatz will erst einmal gefunden werden. 

    Die kleine "Wachstumsdelle" meines Einkommensstroms wird allerdings kaum zu spüren sein. Zur Erinnerung: Mein Dividendentacho zeigte Anfang Januar ein Jahreseinkommen aus Dividenden (vor Steuern) von 11.194 Dollar an. Augenblicklich steht die Nadel bei 13.486,22 Dollar. Die rund zwanzigprozentige Steigerung ist noch nicht das Ende der Fahnenstange, denn ich erwarte im Jahresverlauf erstens weitere Dividendenerhöhungen und zweitens noch weitere ertragsträchtige Investments. 

    So wird im August ein weiterer Neuzugang erstmals eine Dividende überweisen - Tanger Factory Outlet Centers (SKT). Zwei Firmen haben ihre Dividenden ab dem Monat August bereits angehoben - Omega Healthcare Investors (OHI) und STAG Industrial (STAG). Weitere sieben Positionen habe ich zum Teil wesentlich aufgestockt. Damit dürften im Vergleich zum August 2016 rund 30% mehr Dividenden fließen. Dies ist auch die untere Zielmarke meiner diesjährigen Gehaltserhöhungen, denn ich habe in diesem Jahr meinen Kapitalstock im Vergleich zu 2016 um 30% erhöht. Was dann ab September reinkommt, ist organisches Wachstum. Es liegt noch eine nicht unbeträchtliche Summe Geldes auf dem Konto und wartet auf günstige Gelegenheiten. 

    In den ersten sieben Monaten des Jahres flossen mir allein aus den Dividenden 2,98% Cash zu, bezogen auf mein ursprünglich investiertes Kapital. Da dürften nicht nur Sparbuchbesitzer blass werden. Auch Versicherungen bieten heutzutage keine auch nur annähernd so hohe Verzinsung mehr. Und: Meine Dividenden sind durch Sachvermögen gesichert - nämlich die Unternehmen, an denen ich beteiligt bin. Versicherungen jedoch beruhen nur auf Versprechen, Vertrauen und Hoffnung.  

    Bekanntlich speist sich der Geldfluss im Zahltag-Depot aber nicht nur aus den Dividenden.

    Die drei alternativen Einkommensströme trugen ihr Scherflein zum Erfolg des Monats Juli bei. Mit Aktienoptionen nahm ich 0,23% ein, zehn Positionen konnte ich zurückkaufen, allesamt mit Gewinn. Bei den Futures-Optionen wurden sieben Gewinnpositionen geschlossen - im Öl, Silber, den 30jährigen US-Staatsanleihen sowie im Dax. Naturgemäß war der monetäre Gewinn hier um einiges höher - 1,66% spülten mir diese Geschäfte aufs Konto. Der oben bereits angesprochene Verkauf meiner Aktien von PSEC fand zwar im Verlaufe mehrerer Monate statt, buchungswirksam wurde er aber erst mit der vollständigen Schließung der Position Ende Juli. Und da die Dividenden an anderer Stelle bereits als Einnahmen gebucht waren, habe ich hier den vollen Verlust eingetragen - 1,63% meines investierten Kapitals zum Jahreswechsel. 

    Unter dem Strich erwirtschaftete mein Zahltag-Depot vom 2. Januar bis 31. Juli 2017 also 8,78% Rendite - nur in Cash und ohne Berücksichtigung von Kursschwankungen. 

    Was würde ich mir für die kommenden Monate wünschen? Eine etwas heftigere Korrektur wäre wünschenswert, so dass man wieder günstig Aktien shoppen kann. Leider sieht es derzeit noch nicht danach aus. Der Dow Jones hat sich dieser Tage über die 22.000 geschoben, die Konjunkturdaten lassen weiteres Wachstum erwarten.  

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    Kommentare: 2
    • #1

      Richie (Freitag, 04 August 2017 19:29)

      Interessanter Report -
      Was hälst du von verkauften Puts auf GME, aktuell. - die implizite Volatilität ist wieder gestiegen - die Prämien sind gut - und wenn man die Aktien derzeit bekommt - ist es mit 7% sicher auch kein Fehler

      mfg

    • #2

      Nils (Freitag, 04 August 2017 21:34)

      Hallo Richie, danke für die Frage, aber ich gebe keine Empfehlungen. Außerdem bin ich bei GameStop long investiert, da wäre ich sowieso voreingenommen. Gruß Nils

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