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    Performance-Report: Das Zahltag-Depot im März 2018

    Eine klare Richtung fanden die Aktienmärkte im März nicht. Was allerdings nicht unbedingt ein Beinbruch ist für einen Investor wie mich, denn mich interessiert weniger das klassische Kursgezappel, sondern das einlaufende Geld. Und da war der März kein schlechter Monat. 

    Da der März auch den Quartalsabschluss markiert, vergleichen wir also zunächst das erste Quartal des laufenden Jahres mit dem ersten Quartal des Vorjahres. Die Säule ist deutlich höher - genau genommen um 9,95 Prozent. Die 2.680,38 Euro, die in den ersten drei Monaten meinem Brokerkonto gutgeschrieben wurden, entsprechen fast 900 Euro monatlich - das ist schon fast eine durchschnittliche deutsche Monatsrente. Der Betrag ging allerdings in US-Dollar auf meinem Konto ein, die Umrechnung erfolgte in Euro jeweils am Tag der Gutschrift. Ohne die Währungsverluste (der Dollar ist in den vergangenen 12 Monaten gefallen) wären meine Dividenden also noch mehr wert gewesen.       

    Um der Offenheit willen sei hinzugefügt: Betrachte ich den März 2018 isoliert, so fällt die Dividende um 6,34% niedriger aus als im März 2017. Die Ursache ist schnell gefunden: Vor einem Jahr schlug erstens die Aktie von Prospect Capital noch mit über 111 Euro zu Buche. Der Titel taucht im März diesen Jahres nicht mehr auf, denn er wurde im Juli 2017 verkauft. Und ein zweites Unternehmen, Ship Finance International, überwies mir vor einem Jahr mehr als 470 Euro, in diesem Jahr jedoch nur gute 314 Euro. Seit September 2017 zahlt die Firma nicht mehr 0,45 Dollar Quartalsdividende, sondern nur noch 0,35 Dollar. Und da die Position recht groß ist, schlug die 22prozentige Dividendenkürzung eine entsprechende Delle in meine Einkommens-Wachstumskurve.        

    Mein großer Motivator, der Dividenden-Tacho, steht inzwischen bei 16.285,47 Dollar Jahresdividende. Dies ist die Summe, die ich nach derzeitigem Stand im Verlaufe der nächsten zwölf Monate in US-Dollar und vor Steuern als Dividende erhalten werde. Ende Dezember 2017 waren das 14.309,69 Dollar. Im Verlaufe des ersten Quartals hat sich also meine "Dividendenrente" um 13,8% erhöht.

    Abschied nehmen hieß es im März von einer meiner ältesten Positionen im Depot: Student Transportation. Das Unternehmen wird im Sommer von der Börse genommen, die komplette Firma wurde übernommen. Glücklicherweise gab es ein Übernahmeangebot zu 7,50 Dollar pro Aktie, mein durchschnittlicher Einstiegspreis lag bei 6,26 Dollar. So konnte ich einen Kursgewinn von 1.672,66 Euro realisieren, hinzu kommen Dividenden von 1.517,67 Euro, die mir die Firma im Laufe der Haltedauer überwiesen hat, jeweils bereits währungsbereinigt. Trotz des fallenden Dollarkurses habe ich also mit diesem Investment im Verlaufe von weniger als fünf Jahren etwa 16% Kursgewinn und 14,5% Dividendeneinnahmen generiert. Und das, obwohl sich der Aktienkurs kaum und die Dividendenhöhe überhaupt nicht bewegt haben. Den Verkaufserlös habe ich teilweise bereits re-investiert, auch neue Positionen wurden im März eröffnet. Aktie des Monats wurde im März Brookfield Renewable Partners, eine Tochter der weltweit operierenden Brookfield-Gruppe, die auf erneuerbare Energien spezialisiert ist. Die Firma betreibt weltweit Wasser-, Wind- und Photovoltaik-Kraftwerke. Durch die Registrierung auf den Bermudas wird die Dividende quellensteuerfrei ausgezahlt, meine Dividendenrendite liegt bei über 6,3%.

    Da STB ein Monatszahler war, habe ich einen großen Teil des Verkaufserlöses in EPR Properties umgeschichtet, einen REIT, der ebenfalls monatliche Dividenden ausschüttet und im Februar eine kräftige Dividendenerhöhung bekannt gegeben hatte. Als ich meine ersten Aktien von EPR gekauft hatte, gab es 3,63 Dollar jährliche Gewinnausschüttung, inzwischen gibt es 4,32 Dollar. Immerhin eine Gehaltssteigerung von 19 Prozent. 

    Weitere Dividendenanhebungen gab es im März bei Chevron, Digital Realty, Intel, Old Republic International, Pfizer und der Valero Energy Corporation. 

    Der warme Regen der steigenden Dividenden wird auch im April nicht aufhören: Realty Income hat die Dividende bereits zum dritten Mal in diesem Jahr angehoben, dazu kommen dann noch Cisco, Coca-Cola, Altria, Medical Properties Trust, die PPL Corporation und Domtar. Für den Mai haben bislang Foot Locker, Tanger Factory Outlet Centers und Williams-Sonoma höhere Dividenden deklariert. Diese Aufzählung wird vermutlich im Laufe der derzeitigen Berichtssaison noch länger werden. 

    Außerordentlich zufrieden machen mich auch die alternativen Zahlungsströme meines Depots für den März. Mit Aktienoptionen wurde nicht besonders viel verdient, lediglich 0,08%, gerechnet auf meine Investitionssumme vom Anfang des Jahres. Futures-Optionen erzielten 0,45% an Cashflow. Crude Oil, der EuroStoxx, Silber und 30jährige US-Staatsanleihen sind dafür verantwortlich. Meine globale ETF-Investmentstrategie hat noch keine Erträge abgeliefert, es gab schlicht keine Signale. Mit der Volatiität konnte ich 0,04% Cash generieren. Der Verkauf meiner Position in STB steuert 0,76% auf meine Equity bei. 0,51% betrug die Dividendenrendite für den März, die mein Depot erwirtschaftete. 

    Wegen der hohen Volatilität habe ich im März zwei Hedge-Trades aufgesetzt. Beide konnte ich, was nicht selbstverständlich ist, profitabel schließen und so spülten diese Versicherungen mir weitere 2,16% Cash in die Kasse. Womit mein monatlicher Cashflow bei 4% meines insgesamt aufs Konto eingezahlten Geldes lag. 

     

    Der Monatsbericht meines Brokers weist denn auch eine zeitgewichtete Performance von 8,12% innerhalb des vergangenen Monats aus. Seit Jahresbeginn liegt das Depot allerdings mit einer zeitgewichteten Rendite von minus 1,8% noch im negativen Bereich.  

    Wie ist der Ausblick? Im April wird die Dividendensumme nicht vierstellig, aber sie wird deutlich über der des Vorjahres liegen. Sieben Gehaltserhöhungen (siehe oben) sind bereits beschlossene Sache für diesen Monat. Meine globale ETF-Strategie hat ihr erstes Kaufsignal generiert und die Aktie des Monats entwickelt sich, wie ich es von einem Qualitätstitel erwarte.     

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    Kommentare: 14
    • #1

      Titus (Samstag, 21 April 2018 22:50)

      Nils, vielen Dank für die Erstellung Deines neuesten Berichts! Du behälst alles so gut und konsequent im Auge, dass es nur ein Erfolg bleiben kann - der zudem rasant an Fahrt aufnimmt. Die BROOKFIELD (danke auch an dieser Stelle für Deine Analyse!) sehe ich mir mal an. EPR PROPERTIES möchte ich seit längerem schon 'nen ersten Teil erwerben, aber bei meinem Broker (Onvista) werden diese nur an der NewYorker Börse gehandelt, was die Ordergebühren in schwindelerregende Höhen treibt. Hast Du eine Idee, wie man den attraktiven Monatszahler günstiger erhält / würdest Du die Kröte (hohe Kaufgebühren) schlucken oder eher auf die EPR verzichten? BESTEN DANK für eine kurze Sichtweise von Dir, Nils! Wie stets bestens Titus

    • #2

      Nils Gajowiy (Sonntag, 22 April 2018 11:15)

      Danke für Dein Feedback. Die Berichte mache ich aus purem Egoismus, denn nur wenn ich regelmäßig kontrolliere, weiß ich doch, ob und wie gut meine Strategie funktioniert. Außerdem betreibe ich hier kein "Hobby-Investieren", sondern ich betrachte das sehr unternehmerisch. Was Broker angeht - da würde ich gnadenlos wechseln. Ich habe diese Woche 75 Stück KMI an der New Yorker Börse gekauft und dafür 0,19 Dollar Gebühren bezahlt. Nur, damit Du verstehst, wie groß die (absolut legale) Abzocke hier in Deutschland ist. Rechne mal den Gebührenunterschied auf 20 Jahre hoch und auf nur 12 Käufe im Jahr. Da gehen Dir die Augen über - das ist ein Mercedes, den Du da verschenkst (mit Zins und Zinseszins gerechnet). Gruß Nils

    • #3

      Marcel H. (Sonntag, 22 April 2018 13:37)

      Hallo Nils, bin neugierig. Wie sieht denn deine globale ETF-Strategie aus bzw. welche ETFs hast du denn gekauft?
      Bei der Zahltagstrategie hast du doch bisher immer auf Einzeltitel gesetzt oder??

    • #4

      Nils Gajowiy (Sonntag, 22 April 2018 14:13)

      Die Strategie ist ganz einfach: Ich kaufe Länder-ETFs, die den S&P 500 outperformen, auf Basis der Relativen Stärke nach Levy im Wochenchart. Derzeit beispielsweise GREK - Griechenland. Fällt der RSL unter den des S&P 500, wird wieder verkauft. Kaufsignale verpasst habe ich für Saudi-Arabien, Peru, Chile, Thailand, Norwegen. Da ich in diesen Ländern eben keine Einzeltitel kriege, wette ich auf die komplette Wirtschaft. Gruß Nils

    • #5

      Titus (Sonntag, 22 April 2018 21:34)

      Danke für Deine klare Sicht der Dinge, Nils! Bestens Titus

    • #6

      Michael (Montag, 23 April 2018 10:08)

      Hallo Nils, hattest Du nicht mal in der Zahltagstrategie erwähnt das Du Dir keine L.P.'s mehr ins Depot holst ? -Da Du Dir nun Brookfield Renewable Partners geholt hast.
      Zwecks der Steuer die man darauf bezahlt.
      Danke für Deine immer wiederkehrende tollen Analysen.
      MFG

    • #7

      Nils Gajowiy (Montag, 23 April 2018 10:57)

      Brookfield ist aber auf den Bermudas registriert und die führen gar keine Steuern ab. Ansonsten lasse ich von MLPs tatsächlich die Finger - gut aufgepasst. Gruß Nils

    • #8

      Titus (Montag, 23 April 2018 17:29)

      Nils, bin auf dem Weg, bei IB ein Konto zu eröffnen. Frage: Wer wechselt meine Euros in Dollars, und gibt's da Gebühren? Und: Wenn ich 10.000,01 Dollar auf'm Konto hab', werden diese dann automatisch mit 1,19 % verzinst? Bin bis jetzt im Web und auf IB nicht recht fündig geworden. . Vielen Dank auch für Deinen neuesten Streifen! Auch ich habe den Körper eines Erwachsenen - aber immer noch die starken Gefühle und Emotionen eines Kindes. Bestens Titus.

    • #9

      Nils Gajowiy (Montag, 23 April 2018 17:44)

      Auf der Webseite von IB ist alles detailliert erklärt - auch mit Rechenbeispielen. Unter dem Menüpunkt "Zinsen und Gebühren". Da werden Haben- und Sollzinsen erläutert. Guthabenzinsen kriegst Du ab dem 1 Cent über 10.000 Dollar, also die ersten 10.000 werden nicht verzinst, alles was darüber liegt mit 1,19%. Und zum Währungsumtausch gibt's ein Video, gib einfach "Currency Conversion" als Suchwort ein. Gruß Nils

    • #10

      Dividendenleo (Mittwoch, 02 Mai 2018 20:58)

      Hallo Nils,

      ich bin bisher bei comdirect, ich betreibe "nur" Buy and Hold psarplanmäßig. Würdest du zu IB wechseln oder lohnt sich das für mich nicht. (ca. 25k auf meinem Depot).

      Danke

    • #11

      Nils Gajowiy (Donnerstag, 03 Mai 2018 10:07)

      Auf lange Sicht lohnt sich das auf jeden Fall, gerade wenn man sparplanmäßig unterwegs ist und eher häufiger kleine Positionen kauft, und dann sogar noch an Auslandsbörsen. Da bringen einen die Gebühren sonst um. Gruß Nils

    • #12

      Uwe (Samstag, 12 Mai 2018 13:18)

      Hallo Nils,

      wollte mich an der Stelle mal bedanken, bin auf Youtube durch Dich auf den wie ich finde sehr informativen Kanal von PPC Ian gestossen, zwingt mich außerdem auch mal mit meinem Englisch aus dem Knick zu kommen, schönes Wochenende Gruß Uwe

    • #13

      Stephan (Dienstag, 10 Juli 2018 23:45)

      Hallo Nils,

      danke erstmal für die informativen Youtube Beiträge.
      Ich habe mir ein einige Brookfield Renewable Aktien ins Depot gelegt (OnVista Broker).
      Von der Stück-Dividende (0.49 USD am 29.06.2018) wurden 0.195 USD mit 15% Quellensteuer belastet ( 25% Quellensteuer, 10% erstattungsfähig)

      Die restlichen 0,295 USD wurden unversteuert gutgeschrieben.

      Es wird der Hinweis gegeben, ich solle "die Einkünfte in der Steuererklärung [] deklarieren".

      Wie handhabt es dein Broker?
      => Komplett unversteuerte Dividenden-Gutschrift?

      Schöne Grüße
      Stephan

    • #14

      Nils Gajowiy (Mittwoch, 11 Juli 2018 10:16)

      Nein, auch bei mir wird eine Steuer einbehalten. Ein Teil der Dividende wird unversteuert gutgeschrieben, dass muss wohl mit der Registrierung der Firma auf den Bermudas zusammenhängen. Ein anderer Teil wird mit 15% Quellensteuer belastet. Unterm Strich sogar günstiger, als rein amerikanische bzw. kanadische Aktien, wo 15% Quellensteuer (wenn man das Formular W8-BEN ausgefüllt hat) immer einbehalten werden. Natürlich muss man am Jahresende die Differenz in der Anlage KAP angeben und nachversteuern, wenn man die Freibeträge überschreitet, aber das machen wir pflichtbewussten Deutschen doch mit dem größten Vergnügen...
      Gruß Nils

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