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    Performance-Report: Das Zahltag-Depot im Oktober 2018

    Der Oktober machte seinem Ruf als Crash-Monat alle Ehre. Nicht nur in den USA fielen die Aktienmärkte. Auch in Fernost und in Deutschland mussten die Leitindizes Federn lassen. Um so erstaunlicher ist es, dass das Zahltag-Depot prozentual deutlich weniger verlor.  

    Im Vergleich mit den unmittelbaren Benchmarks, dem S&P 500 und dem DAX, sieht die Performance seit Jahresbeginn ebenfalls nicht schlecht aus. Von den 11.36% Plus, die im Vormonat zu Buche schlugen, waren per 31. Oktober noch 7,69% Plus übrig. Der S&P 500 kämpfte darum, nicht in den negativen Bereich abzurutschen, der DAX notierte zweistellig im Minus.   

    Dabei war der Monat alles andere als leicht. Stabilisierend wirkte sich wie immer der positive Cashflow durch die Dividenden aus. Auch wenn weniger als eintausend Euro Dividende flossen, so ergab sich gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres eine Steigerung um 34,20%. Es gab fünf "Gehaltserhöhungen": Realty Income, Main Street Capital, Avangrid, Community Trust Bancorp und Altria erhöhten ihre Dividendenzahlungen. Außerdem hatte ich Positionen in Altria und Medical Properties Trust aufgestockt. Aus dem Depot gekickt hat sich Maiden Holdings, indem das Unternehmen die Quartalsdividende von 0,15 auf 0,05 Dollar, also um satte zwei Drittel, gekürzt hat.

    Am letzten Tag des Monats musste sich eine weitere Firma verabschieden, der Medizingeräte-Vertrieb Owens & Minor. Wegen der schwachen Geschäftsentwicklung wurde hier die Dividende von 0,26 auf 0,075 Dollar pro Quartal gekürzt, also um über 71%. Schließlich verkaufte ich mein Investment in die V.F. Corporation. Hier gab es zwar keine Dividendenkürzungen, aber die Firma plant, ihr margenschwaches Jeans-Geschäft separat an die Börse zu bringen. Das dürfte zu einer Neubewertung der Aktie führen. Gliedert man einen Teil des Umsatzes und somit des Gewinns aus, sollte der Aktienkurs sich den verringerten Geschäftsaussichten anpassen. Sobald diese Neubewertung vollzogen ist, werde ich wieder in VFC einsteigen. Inzwischen habe ich jedoch einen Gewinn realisiert und höher rentierlich reinvestiert.         

    Ins Portfolio eingebucht wurden mir 100 Anteile am iShares MSCI China ETF, auf den ich im Mai einen Put geschrieben hatte. Der lief ins Geld, wurde mir vorfristig mit 100 Prozent Gewinn ausgebucht und ich erhielt statt dessen für 6.100 Dollar 100 Fondsanteile. Die notieren zur Stunde gute 8,4% im Minus. Ich habe auf die Position sofort einen Call verkauft, um sie für den Einstandspreis wieder zu veräußern. Sollte der Aktienkurs über 61 Dollar steigen, dürfte der Call ausgeübt werden. Mir verblieben dann: die Put-Prämie, die Call-Prämie und eine Dividende, die im Dezember fällig wird. Der Fonds schüttet halbjährlich Dividende aus, die aber in der Höhe noch nicht festgelegt ist.   

    Der Dividendentacho hat sich trotz aller Widrigkeiten Ende Oktober ein weiteres Stück nach rechts geschoben. 18.471,50 Dollar Dividende (vor Steuern) darf ich in den kommenden zwölf Monaten erwarten. Die Dividenden aus dem China-ETF sind hier noch nicht eingerechnet, da die Beteiligung nicht strategisch ist und derzeit die Dividendenhöhe auch nicht kalkuliert werden kann. Gegenüber den 18.296,10 Dollar von Ende September ergibt sich Ende Oktober eine "Rentenerhöhung" von 0,95%. Gegenüber dem Jahreswechsel, als die Uhr bei 14.309,69 Dollar stand, hat sich mein passives Einkommen somit um 29,08% erhöht. 

    Die Summe unterliegt natürlich Währungsschwankungen und auch der Finanzminister legt noch seine gierigen Hände an mein Einkommen. Aber Steuern zahlt ja inzwischen ohnehin fast jeder Rentner. Und schließlich muss die selbstständige Geldanlage ordentlich bestraft werden. Wo kämen wir hin, wenn jeder bemerken würde, wie einfach sich die persönliche "Rentenlücke" schließen lässt? Die deutschen Bundestagsabgeordneten haben übrigens längst bemerkt, dass das deutsche Rentensystem nichts taugt. Sie zahlen ebenso wenig in die gesetzliche Rentenversicherung ein, wie Beamte. Was natürlich niemanden davon abhält, gebetsmühlenartig das Mantra von der sicheren Rente zu wiederholen. Und gleichzeitig die Rente mit inzwischen über 100 Milliarden Euro jährlich aus dem Steueraufkommen zu subventionieren.   

    Für den November sind leider keine Dividendenerhöhungen durch meine Firmen verkündet worden. Gleichwohl dürfte gegenüber dem November 2017 ein um rund 50% höheres Gehalt fließen, das auch wieder im vierstelligen Euro-Bereich liegen wird.     

    Die Dividenden erwirtschafteten im Oktober rund 0,41% auf das Kapital, das ich auf mein Investment-Konto eingezahlt habe. Inzwischen summieren sich die Dividenden auf 4,3% seit Jahresbeginn. 

    Weitere 0,04% brachten zwei Aktienoptionen, die ich zurückkaufen konnte. Stabil waren die Einkünfte aus Futures-Optionen. Sieben verkaufte Optionen konnte ich profitabel schließen. Sojabohnen, Weizen, Silber, Öl und die 30jährigen US-Staatsanleihen waren die Basiswerte.

    Volatilitätsprodukte habe ich nicht gehandelt, dafür brachte mir meine Länder-ETF-Strategie noch zwei profitabel geschlossene Puts ein, einen für Thailand und den bereits erwähnten China-ETF. Die drei verkauften Aktienpositionen (VFC, MHLD, OMI) brachten in der Summe eine Verlust von 0,29%. Dabei sind die zwischenzeitlich erhaltenen Dividenden nicht eingerechnet, sonst wäre der Verlust noch geringer. 

    Den größten Verlustposten stellt ein Hedge-Trade, der mich 2,36% meines Investment-Kapitals kostete. Dazu muss man wissen, dass Hedges nicht dazu dienen, in der Summe Geld zu verdienen. Sie sichern das Konto in Drawdown-Phasen ganz oder teilweise vor Schwankungen. Seit Jahresbeginn habe ich mit Hedging kein Geld verloren, wie sich in der Spalte "Kumulierte Performance" ablesen lässt. Ziel erreicht. Selbstkritisch gebe ich zu: Ich habe den Oktoberverlust durch eine falsch gemanagte Long-Put-Position auf den S&P 500-Index selbst verschuldet und natürlich zu verantworten. Inzwischen habe ich mein Instrumentarium hier verfeinert. Auch ich begehe Dummheiten und zahle dafür, dieses Mal war es halt etwas mehr Lehrgeld. Das hält mich aber auch davon ab, die gleichen Dummheiten immer wieder zu begehen. 

    Mein Börsenjahr 2018 befindet sich auf der Zielgeraden. Ich kann heute schon voraussehen, dass am 15. November mein Dividendeneinkommen die Gesamtsumme des Jahres 2017 überschreiten wird. Nach 19 Zahltagen im Oktober werde ich im November 16 Zahltage verzeichnen. Für den Dezember ist mindestens eine Dividendenerhöhung bereits verkündet. Mit etwas Glück könnte ich auch Ende November eine zweistellige prozentuale Performance auf 12-Monats-Sicht erreichen. Ende Oktober lag meine 12-Monats-Rendite bei 9,87%, viel fehlt also nicht mehr an der 10%-Marke. Der S&P 500 kam zum 31. Oktober auf Jahressicht auf 5,55%. Schade, dass man Aktienkurse nicht kontrollieren kann, da hilft nur Daumen drücken.     

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    Kommentare: 3
    • #1

      Titus (Freitag, 09 November 2018)

      Hi Nils!
      Trotz einiger Unkenrufe mausert sich Deine ZTS von Monat zu Monat mehr und führt die ETF-Anlageform insofern etwas ad absurdum, als Du anschaulich beweist, dass es auch mit Deinem Plan sehr gut klappen kann. Bestens Titus

    • #2

      Nils Gajowiy (Freitag, 09 November 2018 13:03)

      Ein Monat ist leider wenig repräsentativ, aber ich bin optimistisch und halte stur an meinem Plan fest. Es kommen sicher auch wieder härtere Zeiten, dann gehen die Kurse runter. Und die Dividenden fließen trotzdem.

    • #3

      Titus (Sonntag, 11 November 2018 22:11)

      Recht sollst Du behalten, Nils. Und besten Dank von Titus!

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