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    Performance-Report: Das Zahltag-Depot im Oktober 2020

    Im Oktober setzte sich an den US-Märkten die Renaissance der konservativen Aktien fort. Der S&P 500-Index verlor im Monatsverlauf 2,7%, noch stärker verloren Wachstumsaktien mit einem Verlust von 3,1%. Der S&P 500 High Dividend Index legte um 0,6% zu, die Dividendenaristokraten verloren 1,9% und der S&P 500 Value-Index 2,0%. Das Gap zwischen dem S&P500-Value-Index und dem S&P500-Growth-Index, das im September mit einer Outperformance von 32,1% zugunsten des Wachstumsindex notierte, reduzierte sich im Oktober auf 30,1%. Im Oktober bildeten die Faktoren Wachstum, Momentum und Qualität die Schlusslichter unter den S&P 500-Factorindizes. Am stärksten wuchsen im Oktober die S&P 500 High Beta, Pure Value und High Dividend-Faktor-Indizes. Der Volatilitätsindex VIX beschloss den Monat bei 38,02 und legte damit innerhalb eines Monats um 44,18% zu. Seit Jahresbeginn stieg der Index um 159,70% (alle Zahlen basieren auf den monatlichen Index-Dashboards von S&P Dow Jones Indices, die monatlich kostenfrei veröffentlicht werden).  

    Der Dividendenstrom im Oktober

    Der Monat Oktober ist in meinem Depot historisch ein eher schwacher Dividendenmonat. Nur zwölf meiner Investments zahlen in der Kohorte Januar/April/Juli/Oktober ihre Gewinnausschüttungen. Zum Vergleich: In den Monaten März/Juni/September/Dezember sind es aktuell 31 Firmen. Offensichtlich hängt das mit den Berichtszeiträumen zusammen. Es flossen im Oktober 1.198,37 Euro auf mein Konto, gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres immerhin eine Steigerung um 26,69%. Hier wirkten sich verschiedene Faktoren aus: Umschichtungen, Dividendensteigerungen und veränderte Auszahlungstermine.  

    Mein projiziertes Dividenden-Jahreseinkommen vor Steuern erhöhte sich im Oktober auf 20.829,80 Dollar. Gegenüber dem September ist das ein Zuwachs von 1,9%. Ich habe im Oktober mein eingezahltes Kapital um 0,58% aufgestockt, das erklärt einen Teil der höheren Dividenden. Bezogen auf mein eingezahltes Kapital flossen außerdem 0,15% aus Aktienoptionsprämien und 0,35% an Dividenden, die für Reinvestitionen zur Verfügung standen.   

    Zur Wahrheit gehört, dass Ende Dezember 2019 die für das laufende Jahr erwartete Zahlung bereits bei 23.810,35 Dollar gelegen hatte, im Oktober vor einem Jahr hatte ich Zahlungen von 22.412,19 Dollar erwartet. Noch ist also die Corona-Delle beim Dividendeneinkommen nicht ausgebügelt - trotzdem es einige Dividendenerhöhungen gab. So hob Realty Income turnusmäßig die Ausschüttung zum fünften Mal in diesem Jahr an, die Community Trust Bancorp zahlte erstmals eine höhere Ausschüttung, ebenso Altria und die Bank OZK. Letztere hebt ihre Dividenden in jedem Quartal an.   

    Meine durchschnittliche monatliche Dividendenrente lag Ende Oktober bei bei 1.417,53 Euro für die ersten zehn Monate des Jahres 2020. Im Jahr 2019 lag der Zehnmonats-Durchschnitt bei 1.317,55 Euro. Für das gesamte Vorjahr belief sich die durchschnittliche monatliche Dividende auf 1.382,61 Euro. Es wird spannend, ob ich diesen Wert trotz des Corona-Einbruchs im laufenden Jahr toppen kann. Denn es ist absehbar, dass ich im November und Dezember nicht an die hohen Gewinnausschüttungen der Vorjahresmonate werde anknüpfen können. Nach wie vor fehlen die Dividenden von Tanger Factory Outlet Centers, außerdem hat die SFL Corporation ihre Dividende ein weiteres Mal gekürzt.  

    Käufe und Verkäufe im Oktober

    Durch die Kursrückgänge im Oktober wurden einige Aktien wieder so günstig, dass ich Positionen gezielt aufstocken konnte. Nachdem die Simon Property Group ihre Dividendenzahlungen wieder aufgenommen hat, habe ich die Position vergrößert. Nachgekauft wurden außerdem Bank OZK, Gladstone Land Corporation, Altria, Walgreens, AT&T und CVS. Verkäufe gab es nicht. Das gesamte Zahltag-Depot lässt sich hier einsehen.    

    Die Aktie des Monats: CME Group Inc.

    Die CME Group scheint auf den ersten Blick so gar nicht ins Zahltag-Depot zu passen. Immerhin lieferte das Unternehmen laut FAST-Graphs Ende Oktober nur eine Dividendenrendite von 2,27% und meine untere Schwelle für Dividendenaktien liegt im Bereich von drei Prozent. Allerdings ist schnell erklärt, warum die Aktie trotzdem Eingang in mein Portfolio fand - im nachfolgenden Video mehr dazu. 

    Wie immer gilt: Das Ganze ist keine Empfehlung, sondern dient rein der Information. Wer mehr wissen möchte, sollte vor einer Investitionsentscheidung bitte seine eigene Analyse machen und prüfen, ob das Unternehmen zum eigenen Risikoprofil und zur Anlagestrategie passt. Ich übernehme keine Verantwortung für entstehende Verluste. 

    Sobald ich diese Fakten geklärt hatte, fokussierte ich mich auf die Unternehmenszahlen. Die CME Group vereint die weltweit größten Derivatebörsen. Zur Gruppe gehören die Chicago Mercantile Exchange (CME), das Chicago Board of Trade (CBOT), die Handelsplattformen GLOBEX, COMEX, NYMEX, die Londoner NEX-Group, das Kansas City Board of Trade, BrokerTec für festverzinsliche Wertpapiere und EBS für Währungen. Die CME Group besitzt die Dow Jones Indizes, ist mit 27% an der S&P Dow Jones Indices beteiligt. Beteiligungen gibt es auch im Nahen Osten (Dubai) und im Fernen Osten (Tokio). Generell ist die CME Group die am schnellsten wachsende Börse der Welt. Ob Gold, Öl, Erdgas, Währungen, Indizes, Zinsprodukte, Schweinebäuche, Weizen, Mais, Wasser oder Wetter - Futures und Optionen auf diese Produkte werden in Chicago unter dem Dach der CME-Group gehandelt.   

    Der Jahresumsatz lag 2019 bei 4,88 Mrd. Dollar, das Wachstum seit dem Jahr 2000 beträgt durchschnittlich 17,5%. Die Bilanz ist blitzsauber - Vermögenswerten von über 75 Mrd. Dollar stehen langfristige Verbindlichkeiten von lediglich 4,35 Mrd. Dollar gegenüber. Die Firma hat ein exzellentes Kreditrating. Bemerkenswert ist die hohe Nettogewinnmarge von über 43%, sie zeugt von einem nahezu unüberwindbaren Burggraben. Das Gewinnwachstum pro Aktie liegt bei 10,16% im Jahresdurchschnitt der letzten 15 Jahre, das Dividendenwachstum bei 19,5%. Um weiteres Wachstum zu generieren, werden regelmäßig neue Produkte entwickelt. Stellvertretend seien die E-Mini-Micro-Futures und E-Mini-Micro-Optionen genannt, die 2019 und 2020 an den Start gingen. Für 2021 wird eine komplett neue Familie von Volatilitäts-Indizes angekündigt, wir dürfen damit rechnen, dass es auch darauf bald handelbare Produkte geben wird.

    Eine erste Position habe ich Ende Oktober initiiert, die vorgelegten Quartalszahlen ließen den Aktienkurs kurzfristig in die Nähe von 150 Dollar fallen. Die erste reguläre Dividende wird im Dezember fällig. Spannend wird, ob das Unternehmen in der ersten Dezemberhälfte auch in diesem Jahr eine variable Sonderdividende verkündet.       

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    Kommentare: 22
    • #1

      Delura (Jürgen) (Montag, 30 November 2020 16:52)

      Hallo Nils,

      Gratulation zu deinen Einnahmen, immer wieder super Video Updates - weiter so ! CME Group ist interessant, ist zwar ein "Finanzwert" - aber ein etwas anderer als die sonstigen Verdächtigen...

      Glück Auf !

    • #2

      Ruskin (Mittwoch, 02 Dezember 2020 10:26)

      Hallo Nils, wirst Du die SFL nach der wiederholten Kürzung ihrer Dividende weiter halten? Spiegelt der Aktienkurs evtl. den Substanzverlust des Unternehmens ab? Viele Grüße und alles Gute

    • #3

      TMO (Mittwoch, 02 Dezember 2020 21:12)

      Hast du bei WBA und CVS keine Bedenken bzgl. Amazons Einstieg mit Amazon Pharmacy.

    • #4

      Rudi (Samstag, 05 Dezember 2020 10:13)

      Hallo Herr Gajowiy,

      in einem der letzten Videos wurde erwähnt, dass Calls auf SKT geschrieben wurden, welche mittlerweile tief im Geld sind. Diese Entscheidung kam praktisch dem Verkauf der Position gleich. Damit wurde ein Großteil der Erholung nicht mitgemacht. In der Veröffentlichung des angeblich gesamten Zahltagdepots ist das nicht ersichtlich. Im Gegenteil, hier wird dem Betrachter (durch das Vorenthalten der Callposition) ein völlig anderes Bild dargestellt. Habe ich etwas übersehen oder werden wesentliche Depotbestandteile tatsächlich nicht veröffentlicht?

    • #5

      Peter (Samstag, 05 Dezember 2020 22:28)

      Guter Punkt. Ähnlich wäre es schön, zu erfahren, wie der tausch der normalen EPR shares zu den preferred shares abgelaufen ist, welcher Verlust hier entstanden und ob die verlorene dividende komplett ersetzt werden konnte. Das sind alles keine angenehmen Themen für Nils, gehören aber mit dazu

      Beste Grüße und danke Nils für Deine Arbeit!

    • #6

      Nils Gajowiy (Samstag, 05 Dezember 2020 23:26)

      @Rudi: Wenn eine Position im Depot steht, dann ist sie auch im Depot. Einen Call zu schreiben ist etwas anderes, als eine Position zu verkaufen. Ich kann nämlich Calls auch zurückkaufen - und genau das ist geschehen. Ich habe danach am 4. Dezember 1.500 SKT zu 10,30 Dollar verkauft und wenn Sie heute genau ins Depot sehen, dann stehen da jetzt noch 100 Stück Rest von SKT. Von dem Verkaufserlös habe ich mir 200 Stück Triton gegönnt und sogar noch ein paar Tausender übrig behalten.
      @Peter: Man verkauft EPR-Aktien und kauft für den Erlös EPR-Vorzugsaktien. Das ist alles. Aus Null Dollar aktuellem Einkommen wurde wieder Einkommen. Die Details, auch zu allen Optionstrades, kennen die Mitglieder des Inner Circle - und zwar bis auf die Nachkommastellen. Zu diesem Zweck gibt's wöchentlich ein Live-Trade-Webinar. Und so wird es auch bleiben.

    • #7

      Rudi (Sonntag, 06 Dezember 2020 11:48)

      Hallo Herr Gajowiy,

      durch den Verkauf der Calls haben Sie das Erholungspotential der Position limitiert. Die gewählte Variante führte letztendlich auch zur (fast vollständigen) Auflösung der Position. Der in der Antwort genannte SKT-Verkaufspreis ist irrelevant und irreführend, da ab dem Basispreis der verkauften Calls an den Gewinnen nicht mehr partizipiert wurde. Dem Konto ist es egal, ob Verluste durch Rückkauf der Option oder Lieferung der Aktien realisiert werden.

      Die Bezeichnung "gesamtes Zahltag-Depot" ist (nach Auswertung Ihrer Antwort) unzutreffend, da dazugehörige Optionspositionen nicht veröffentlicht werden. Der veröffentlichte Aktienbestand spiegelt nicht annähernd die erzielten Ergebnisse wider und lässt die Vermutung zu, dass selbst unrealisierte Verluste wie von Geisterhand verschwinden, weil diese in den nicht öffentlichen Bereich der Optionen verschoben werden.

      Die Veröffentlichung der Performance ab Depotstart ist über IB möglich und würde Klarheit schaffen. In früheren Berichten wurde die TWR sporadisch für einzelne Zeiträume veröffentlicht. Mittlerweile hat ein Sinneswandel eingesetzt, welcher es unmöglich macht die Ergebnisse und Qualität der vorgestellten Strategie (durch Auswertung der veröffentlichten Zahlen) zu bewerten.

    • #8

      Peter (Dienstag, 08 Dezember 2020 13:37)

      Hi Nils,

      danke für Deine Antwort. Mit dem Verkauf von SKT sowie dem Rückkauf der Calls hast Du in etwa 2% Verlust, gemessen am Gesamtportfoliowert realisiert?

      Danke für die Vorstellung von AMCR. Damit hast Du nach dem Verkauf von WRK wieder einen Verpackungshersteller im Portfolio.

      Ich bin vor ca. einem jahr durch Deinen youtub Kanal auf DGI gestoßen und dankbar für Deinen Content.
      Bezüglich SKT und auch anderer Werte finde ich es nicht richtig zu verkaufen, wenn der Cashflow stockt oder zum erliegen kommt. Und der cashflow durch die covered calls auf SKT war ja jetzt auch nicht so üppg. Ich denke Dein Zwang, unbedingt Cashflow generieren zu wollen, hat etwas mit dem Zeitrahmen zu tun, den du realistisch gesehen noch hast. Eine Idee wäre, aus deiner Dividendenmaschine ein Generationenprojekt zu machen. Du hast 2013 mit DGI angefangen, damit der Zinseszins sein Wunder tun kann braucht es schon 20 Jahre, besser 30 Jahre+. Eine Idee wäre, eines Deiner Kinder mit ins Boot zu holen, und in frühen Jahren gut anzulernen, damit wirklicher "generational wealth" entstehen kann. Um für unsere Vorstellungen gut von Dividenden leben zu können braucht es "viel" Zeit. Und immer höhere jährliche Einzahlungen / Investments erhöhen auch das Risiko und können nur bedingt einen nachhaltigen! Dividendenstrom erzeugen. Die gern verwendete Analaogie mit dem Wachstum einer Eiche passt hier auch. Es braucht Zeit. Hochdividendentitel sind für mein Gefühl wie ein Turbodünger, der einen Wachstumsschub verleiht, dies aber auf Kosten der Lebenserwartung tut. Hochqualitative Dividendenzahler mit ordentlicher Dividendensteigerung sind derzeit fast nur mit Aufschlag und einer Dividendenrendite < 3% zu haben. Was also tun? Sich damit abfinden, dass die Dividendenmaschine erst so richtig für die nächste Generation laufen wird oder auf teufel komm raus "düngen"?

    • #9

      Ralin (Dienstag, 08 Dezember 2020 15:52)

      @Peter: Turbodünger - schöner, treffender Vergleich! Welcher Dividendeninvestor mit begrenzterem Anlagehorizont ist nicht schon in die Hochdividenden-Falle getappt?

      @ Rudi: Sehr gut aufgepasst. Mir als flüchtigem Leser wäre die weitgehende Auflösung der SKT-Position fürs Erste völlig entgangen. Nun tue ich mich ja sehr schwer, hier irgendwas einzufordern, immerhin sind die Inhalte kostenlos. Aber dass die drastische Positionsverkleinerung im obigen Text nicht erwähnt wird, ist schon, na sagen wir: irritierend. Nils hat sich immer wieder ausdrücklich zu seiner - in meiner Erinnerung - ziemlich großen SKT-Position bekannt. Dass der Monatsbericht mit keiner Silbe erwähnt, dass diese Position nun - auf welche Weise auch immer - plötzlich auf ein Minimum reduziert wurde, ist schon ein Versäumnis.

    • #10

      Nils Gajowiy (Dienstag, 08 Dezember 2020 16:05)

      Es ist schwerlich möglich, im Oktober- oder November-Report einen Trade zu erwähnen, der erst im Dezember stattgefunden hat.

    • #11

      Ralin (Dienstag, 08 Dezember 2020 20:04)

      Klingt einleuchtend. Optionsgeschäfte sind für mich Terra incognita und ich verspüre auch keinerlei entsprechenden Entdeckergeist. Aber wenn eine so große Position über Nacht fast vollständig aus dem Depot verschwindet, könnte eine knappe eingestreute Bemerkung Nachfragen der formulierten Art vorbeugen.

    • #12

      Ralin (Dienstag, 08 Dezember 2020 20:42)

      Sorry, wir schreiben hier wohl aneinander vorbei. Verstehe erst jetzt die Quelle des Missverständnisses. Das Problem ist, dass der Link in jedem Monatsbericht, auch in älteren, stets zum aktuellen Depot führt. Man sieht also im Oktober-Bericht bei entsprechendem Anklicken nicht mehr das Oktober-, sondern das derzeitige Depot. Das ist in anderen Blogs anders und so sicher auch nicht ideal. Aber wie gesagt: Ich fordere hier nichts ein.

      Damit ist meine oben geäußerte Kritik natürlich hinfällig.

    • #13

      Peter (Dienstag, 08 Dezember 2020 21:34)

      Nichtsdestotrotz wäre ein Ausblick in den Dezember schon im November möglich gewesen. Nils muss nichts ankündigen jedoch hat er immer wieder die Vorteile von SKT als outlet Shopping reit hervorgehoben, im Vergleich zu konventionellen Malls. Wenn ich mich recht erinnere hat er auch nachgekauft nachdem corona den kurs auf tiefstwerte geprügelt hatte. Jetzt überrascht mich diese Entscheidung umso mehr, da ja möglicherweise die Dividende nächstes Jahr wieder ausgeschüttet werden muss damit der reit Status erhalten bleibt.
      Das sind so Entscheidungen die so gar nicht "buffett-like" anmuten, also eine aktie verkaufen obwohl man von dem Unternehmen überzeugt ist und obwohl gerade dann gehalten und nachgekauft werden müsste wenn sich das Unternehmen einem schwerwiegenden aber lösbaren Problem konfrontiert sieht. Und fundamental geändert, wie nils immer gern sagt, hat sich ja bei skt nichts. Die Vorzüge um im Kampf gegen Amazon co. Zu bestehen sind nach wie vor vorhanden. Also, ich bin sehr gespannt auf die Erklärung von Nils. Etwas ähnelt das Verhalten von nils dem lieben brad Thomas von SA. Der hatte über Jahre nur bullishe Artikel zu SKT mit strong buy Empfehlungen veröffentlicht um dann nach dem corona Crash bearish zu werden. Jetzt ist er wieder bullish....alles nicht sonderlich konsequent. Irgendwie Rückgratlos.

    • #14

      Rudi (Dienstag, 08 Dezember 2020 22:04)

      @Ralin: Ich bin nicht davon ausgegangen, dass die Position schon im November geschlossen wurde. Meine Aussagen zielen darauf ab, dass die verkauften Optionen der Covered Call Strategie nicht veröffentlicht werden. Diese Feststellung ist wesentlich tiefgreifender, weil es dadurch möglich ist, dass im veröffentlichten Aktienbestand Erholungen angezeigt werden, obwohl diese durch den Verkauf von Calls (zur Cashgenerierung) in der Realität nicht stattfinden.

      Ein kleines (fiktives) Beispiel soll veranschaulichen, warum ich diesen Sachverhalt erwähne. SKT hat die Dividende ausgesetzt und ist daher für die ZTS ein Verkaufskandidat. Das Jahrestief war (lt. TWS) bei 4,05 Dollar. Es setzt eine Erholung von 50 Prozent ein, die Aktie steht bei ca. 6,08 Dollar und geht in eine Konsolidierung. Da die Position Geld bringen soll, wird ein 7er Call verkauft.

      Nun geht es los. Die Aktie läuft und läuft. In unserem Beispiel bis 10,30. Im Aktiendepot ist die volle Erholung sichtbar. Die Calls sind allerdings mittlerweile tief im Geld und müssen mindestens für den inneren Wert (10,30 - 7,00 = 3,30) zurückgekauft werden. Bei 15 Optionen und einem Bezugsverhältnis von 100 beträgt der Wert mindestens 15*100*3,3 = 4950 US-Dollar. Für den Verlust müssen wir noch die Prämie berücksichtigen. Ich bin großzügig und gehe von einem Dollar Prämie aus (1500 Dollar für die Gesamtposition). Den Verlust von 3450 US-Dollar bekommt keiner zu Gesicht.

      In unserem Beispiel wäre der Verkaufspreis faktisch nicht der im Aktienbestand veröffentlichte (10,30 US-Dollar), sondern der durch den Callverkauf entstandene von 8,00 Dollar (Ausübungspreis der Option plus Prämie: 7,00 + 1,00 = 8,00).

      Wir kennen weder den Ausübungspreis der Calls noch die eingenommene Prämie, aber obiges Beispiel zeigt, nicht ganz unrealistisch, was möglich ist.

    • #15

      Rudi (Mittwoch, 09 Dezember 2020 14:14)

      @ Rudi: Okay, also wieder Ihr Fazit: Optionsgeschäfte sind Teil der Zahltagsstrategie, bleiben aber im Dunkeln, daher ist besagte Zahltagsstrategie völlig intransparent. Kann man so sehen.
      Meine Meinung dazu: Vollständige Transparenz in Ihrem Sinne klingt nach enormem Dokumentationsaufwand, mir an Nils Stelle wäre das schlicht zu viel Arbeit. Außerdem würde ich in puncto finanzielle Aktivitäten äußerst ungern zum völlig gläsernen Menschen. Und schließlich würde ich mich auch noch fragen: Wozu das alles? Denn wer bietet in diesem Land nicht alles kostenpflichtiges Finanzcoaching in der ein oder anderen Form. Wie viel Transparenz gibt es denn andernorts? Warum hundertprozentige Perfektion bei Nils, wenn andere erst gar keinen Versuch unternehmen, Einblicke in ihre Investment-Aktivitäten zu geben?
      (Außerdem: Wer würde überhaupt garantieren, dass - von wem auch immer - minutiös präsentierte Zahlen überhaupt stimmen? Selbst berühmte Wissenschaftler mit festem Beamtensalär wurden schon der Erfindung ihrer Forschungsdaten überführt.)

      @Peter: Brad Thomas' doppelten Meinungswechsel bei SKT kann ich nachvollziehen. Der Covid-Lockdown schien im Frühjahr ein für Tanger eventuell tödlicher Schwarzer Schwan: Der Outlet-Verkauf kam völlig zum Erliegen und niemand wusste, wie lange dieser Zustand anhalten würde. Aus Risikogründen musste Thomas schweren Herzens sein Buy in ein Sell umwandeln. Derzeit aber ist die Perspektive eine andere: Die Outlets sind seit Monaten wieder offen, Massenimpfungen wahrscheinlich. SKT könnte mittelfristig wieder reüssieren. Für mich hat Thomas seine Einschätzung nur der jeweiligen Sachlage angepasst, was schlicht und einfach rational ist.

    • #16

      Ralin (Mittwoch, 09 Dezember 2020 14:20)

      Der Beitrag vom 9.Dezember 2020 14:14 stammt natürlich von mir und ist an Rudi und Peter gerichtet. Fülle das Namensfeld immer zuletzt aus, diesmal ziemlich schusselig.

    • #17

      Nils Gajowiy (Mittwoch, 09 Dezember 2020 14:31)

      Es ist erstaunlich, mit welcher Zielsicherheit auf Grundlage von halbgaren Vermutungen Urteile entstehen und Vorurteile gepflegt werden, die man dann anonym ins Internet hinausposaunt. Hat mal jemand darüber nachgedacht, dass ich SKT vielleicht verkauft haben könnte, um einen steuerlichen Verlust zum Jahresende zu realisieren? Könnte es sein, dass ich zeitgleich Puts verkauft habe, um in die Position zu einem wesentlich günstigeren Einstiegspreis wieder reinzukommen?

    • #18

      Ralin (Mittwoch, 09 Dezember 2020 18:06)

      @Nils: Also ich für meinen Teil habe gar nichts gedacht, nichts herausposaunt und mich auch an keiner Spekulation über deine Verkaufsgründe beteiligt. Ich wollte nur die Gelegenheit nutzen, mal grundsätzlich auf Rudis immer wieder geäußertes Transparenzgebot zu antworten. Außerdem habe ich Brad Thomas verteidigt, dessen SKT-Überlegungen ich zu kennen glaube. Da ich dein Verkaufsmotiv aber nun mal nicht kannte, war es erkennbar kein schlechter Gedanke, dir seine Enthüllung selber zu überlassen.

    • #19

      Rudi (Mittwoch, 09 Dezember 2020 18:27)

      @Ralin: Besten Dank für die Antwort.
      Ich würde niemals vollständige Transparenz einfordern und bin auch selbst nicht bereit mein Depot bzw. die offenen Tradingpositionen zu veröffentlichen. Allerdings hätte ich kein Problem damit meine Performance ab Depotstart preiszugeben. Diese Information steht bei IB (als PWR und TWR) in zwei Minuten zur Verfügung und wurde von Nils in der Vergangenheit (für ausgewählte Börsenphasen) gern präsentiert.

      Mit der PWR oder der TWR wären die Ergebnisse transparent und mit anderen Strategien gut vergleichbar. Nils würde damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Erstens würden alle Fragen hinsichtlich fehlender Positionen ausbleiben und zweitens würde jeder Anleger im aktuellen Performance-Report erkennen, ob die Strategie für Ihn geeignet ist. Warum stattdessen (mit viel Aufwand) unvollständige Positionen veröffentlicht werden kann ich mir leider nicht erklären.

    • #20

      Rudi (Mittwoch, 09 Dezember 2020 23:08)

      @Nils Gajowiy:
      Steuerliche Aspekte spielen am Jahresende immer eine besondere Rolle und wurden bewusst nicht erwähnt, weil die Verteilungen der realisierten Gewinne/Verluste auf die Positionen (Optionen und Aktien) nicht bekannt sind. Ehrlicherweise habe ich die realisierten Aktiengewinne des Zahltagdepots im Jahre 2020 nicht registriert und bin etwas erstaunt darüber.

      Was bedeutet eigentlich "... dass ich zeitgleich Puts verkauft habe, um in die Position zu einem wesentlich günstigeren Einstiegspreis wieder reinzukommen?"?

      Diese Aussage lässt vieles offen. Wurden OTM-Puts, ATM-Puts oder ITM-Puts verkauft?

      In der Aussage ("... wesentlich günstigeren Einstiegspreis...") spricht einiges dafür, dass ein OTM-Put verkauft wurde. In diesem Fall erhält der Anleger die Aktien nur, wenn der Kurs von SKT wesentlich zurückkommt. Das ist kein klares Bekenntnis zu SKT, sondern eine Spekulation darauf, dass die Aktie zurückfällt.

      Wenn die Aktie über einen Put zurückgekauft werden soll, dann über einen Deep-ITM-Put oder vielleicht noch über einen kurz laufenden ATM-Put.

      Wenn Sie obige Aussage als halbgare Vermutung wahrnehmen, dann liegt das an den mir fehlenden Informationen und den teilweise schwammigen Antworten. Das Hinterfragen und Klarstellen fehlender Sachverhalte pflegt keine Vorurteile, sondern beugt diesen vor.

    • #21

      Peter (Donnerstag, 10 Dezember 2020 08:59)

      Mir kommt immer wieder dieser abgedroschene Spruch in den Sinn: "Hin und Her macht Taschen leer." Sicherlich gibt es auch Extremfälle ein "Hin und Her" zu vermeiden, ein Beispiel wäre SA Mitglied Buyandhold2012, der nie verkauft, außer er wird durch äußere Mächte dazu gezwungen.
      Nichtsdestoweniger tendiere ich eher zu seinem als zu Nils' Positionsmanagement.

    • #22

      David (Donnerstag, 24 Dezember 2020 17:17)

      Vielen Dank für die nützlichen Hintergrundinfos zur CME Group. In einer ähnlichen Kategorie könnte man Blackrock setzen. Derzeit aber leider auch eine Dividendenrendite von unter 3%. Als Burggraben könnte man die von Ihnen gehandelten ETF's zählen. Einziges Problem ist dass sie derzeit etwas überbewertet ist.

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